projectvime/Te-En Chen ft. Alis Joyz — Schwarzer Reigen – Schloß Neugebäude, Otmar-Brix-Gasse 1, 1110 Wien
Die Mora, Dienerin der Göttin Morana: In der slawischen Überlieferung ist sie jenes Wesen, das sich nachts auf die Brust der Schlafenden setzt und ihnen den Atem nimmt. In den Alpen heißt sie Trud, im deutschen Sprachraum Mahr, und im englischen nightmare steckt sie bis heute im Wort.
Gemeinsam legen die drei MusikerInnen Alis Joyz, Te-En Chen und projectvime eine dreißig minütige Gothic-Darkwave-Suite in acht Teilen vor, ohne Pause durchgespielt. Synthesizer, Drum Machines, Violine, Stimme. Die acht Teile folgen Mora durch die Nacht: vom Einschlafen über das Drücken auf der Brust bis zu einem Erwachen, das nichts besser macht.
Alis Joyz ist der Künstlername von Olja Janjuš, Komponistin, Vokalistin und Musiktheoretikerin. Sie hat in Banja Luka Musikpädagogik und Musiktheorie studiert, in Wien Musikwissenschaft, an der mdw Komposition und Musiktheorie. Derzeit schreibt sie an einer Dissertation in Digitaler Musikwissenschaft an der LMU München, forscht in den Projekten E-LAUTE und DELTA zur Lautenmusik und unterrichtet Analyse, Kodierung und Tonsatz.
Te-En Chen ist Komponist und Klangkünstler und lebt in Linz. Angefangen hat er mit Klavier, Gitarre und Chor. Heute schreibt er für mehrere Kanäle, spielt Synthesizer, improvisiert frei und arbeitet mit elektronischem Rauschen. Dazu kommen Live Coding, Klanginstallationen und Projekte über Spartengrenzen hinweg.
Hinter projectvime steht ein elektronischer Musiker aus Wien, seit 2017: eigene Produktionen, dazu DJ-Sets. Der Sound holt sich die Achtziger und schiebt sie in die Gegenwart: weite Flächen auf der einen Seite, repetitive Basslinien und harte Beats auf der anderen. Gebaut wird das mit analogen und digitalen Synthesizern. Gespielt hat projectvime unter anderem beim Festival Sonic Territories und im Wiener Rhiz, dazu Mixes für Radios und freie experimentelle Sessions mit anderen Musikerinnen und Musikern.
